COVID-19 Erkrankung

COVID-19 – Disease

Die Weltgesundheitsorganisation WHO erklärte COVID-19 am 30. Januar 2020 zum internationalen Gesundheitsnotstand, der höchsten Alarmstufe nach internationalem Recht. Dieser wurde am 11. März 2020 zu einer Pandemie erklärt. Seitdem schreitet die COVID-19-Pandemie im Rekordtempo voran.


Fälle



Todesfälle

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Hier finden Sie eine aktuelle Übersicht über die Verteilung der COVID-19 Fälle in Deutschland:

1. Was ist COVID-19?

COVID-19 bzw. die Coronavirus-Krankheit-2019 (Coronavirus Disease 2019) ist als die Erkrankung definiert, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht wird. Die Krankheit wurde der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals am 31. Dezember 2019 gemeldet.

Coronaviren (CoV) sind eine große Virusfamilie, die beim Menschen Krankheiten verursachen kann, die sich von der gewöhnlichen Erkältung bis hin zu schweren Erkrankungen erstrecken. Das kürzlich entdeckte Coronavirus SARS-CoV-2 (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom-Coronavirus-2) verursachte die aktuelle weltweite Pandemie, die mittlerweile fast alle Länder der Welt vor große Herausforderungen stellt.[1] Das Coronavirus ist nach seiner Form benannt, die sich durch die hervorstehenden Spike-Proteine auf seiner Oberfläche ergibt, welche wie die Zacken einer Krone aussehen (Corona bedeutet lateinisch Krone). Diese sind für die Interaktion mit menschlichen Zellen relevant.

Die meisten mit SARS-CoV-2 infizierten Menschen leiden an einer leichten bis mittelschweren Atemwegserkrankung und erholen sich ohne eine besondere Behandlung. Jedoch kann sich auch ein schwerer Krankheitsverlauf - unter anderem mit tödlichem Multiorganversagen - entwickeln.

Das Coronavirus und seine Verbreitung im menschlichen Körper

  

Die Ausbreitung des Virus im Körper beginnt mit der Anheftung des Viruspartikels an Zellenmit einem sogenannten ACE2-Rezeptor. Durch diesen kann das Virus in die Zelle eindringen, wo es seinen genetischen Code freisetzt und die Zelle zwingt, Virusproteine zu produzieren. Diese Proteine erzeugen neue Coronaviren und werden im Körper freigesetzt.

Auch wenn COVID-19 als eine Erkrankung angesehen wird, die hauptsächlich die Lunge befällt, kann sie auch andere Organe schädigen. Dazu gehören z. B. das Herz (z. B. Herzmuskelentzündung (Myokarditis)), das Gehirn (z. B. Kopfschmerz, Verlust des Geruchsinns (Anosmie), Geschmacksstörung (Dysgeusie), oder Geschmacksverlust (Ageusie), Bewusstseinsstörungen und Krampfanfälle), die Leber (z. B. Leberfunktionsstörung) und die Nieren (z. B. Nierenfunktionsstörung oder Nierenversagen). Es ist noch nicht absehbar, in welchem Ausmaß diese Organschädigungen auch das Risiko langfristiger Gesundheitsprobleme erhöhen können. Ein neu identifiziertes Syndrom, das mit SARS-CoV-2 in Verbindung steht, ist das Multisystem-Entzündungssyndrom bei Kindern (MIS-C), auch pädiatrisches inflammatorisches Multisystem-Syndrom (PIMS) genannt. MIS-C ist eine seltene systemische Erkrankung mit anhaltendem Fieber und starker Entzündung nach Exposition gegenüber SARS-CoV-2.[1] Außerdem könnten asymptomatische Patienten langfristige Gesundheitsprobleme entwickeln.

Da SARS-CoV-2 hochinfektiös ist, ist es eine zentrale Herausforderung der COVID-19-Pandemie, die Ausbreitung von SARS-CoV-2-Infektionen zu reduzieren. Aktuelle Erkenntnisse deuten darauf hin, dass das Virus hauptsächlich über Sekrettröpfchen und Kontaktinfektion übertragen wird. Ohne Maßnahmen zur räumlichen Distanzierung (Social Distancing) kann sich das Virus wirksamer ausbreiten. SARS-CoV-2 kann schon sehr früh im Krankheitsverlauf von einer Person auf eine andere übertragen werden, auch wenn die Person keine oder nur leichte Symptome aufweist. Das Ausmaß asymptomatischer Infektionen in der Bevölkerung ist aktuell nicht bekannt.

2. Welche Symptome treten bei SARS-CoV-2 auf?

Der Verlauf von COVID-19 kann von einer asymptomatischen oder sehr leichten SARS-CoV-2-Infektion bis hin zu einer schweren und potenziell tödlichen Erkrankung reichen. Symptome entwickeln sich in der Regel innerhalb von zwei Tagen bis zwei Wochen nach dem Kontakt mit dem Virus.

Es können auch Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. Diese Liste ist jedoch nicht vollständig, und es wurden auch weitere, seltener auftretende Symptome genannt. Selbst leichte Symptome einer SARS-CoV-2-Infektion können wochenlang anhalten oder abklingen und dann mit neuer Intensität erneut auftreten. Eine Lungenentzündung scheint die häufigste schwere akute Manifestation der Erkrankung zu sein. In manchen Fällen ist ein Krankenhausaufenthalt nötig, um zusätzlichen Sauerstoff oder eine maschinelle Beatmung zu erhalten.

Die wichtigsten Symptome:

  • Fieber oder Schüttelfrost
  • Husten
  • Kurzatmigkeit oder Atemnot
  • Erschöpfung
  • Muskel- oder Gliederschmerzen
  • Geschmacks- oder Geruchsverlust


3. COVID-19 Risikogruppen

Die meisten Menschen genesen von COVID-19, ohne dass eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich ist. Schwere COVID-19 Erkrankungen betreffen meist ältere Personen (> 60 Jahre) und Personen mit Vorerkrankungen (z. B. Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Lungenerkrankungen, Krebs, Bluthochdruck, Adipositas, chronische Nierenerkrankungen). Diese Menschen weisen ein erhöhtes Risiko für eine stationäre Behandlung im Krankenhaus auf, weil sie beispielsweise eine Sauerstofftherapie benötigen. Alle Menschen, auch junge Menschen, können sich jedoch mit COVID-19 anstecken und schwer erkranken.

Nach Schätzungen weisen 349 Millionen Menschen, etwa 4 % der Weltbevölkerung, ein hohes Risiko für eine schwere COVID-19-Infektion auf und würden im Fall einer Infektion eine Krankenhauseinweisung benötigen. Interessanterweise wird bei etwa 6 % der Männer ein hohes Risiko erwartet, hingegen bei nur etwas 3 % der Frauen.[2]

In Deutschland wurde der kumulative Anteil der Patienten, die im Krankenhaus behandelt wurden, mit 17 % angegeben, wobei sich der Anteil der Krankenhauseinweisungen weltweit von Land zu Land unterscheidet.[3]

»Ungefähr eine von fünf Personen weltweit könnte ein erhöhtes Risiko für eine schwere COVID-19 Erkrankung aufgrund von Vorerkrankungen aufweisen.«[2]

Alter der Patienten, die in Deutschland aufgrund von COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden[3]

Aus einer Beobachtungsstudie* mit mehr als 10.000 Patienten, die aufgrund einer COVID-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt wurden, ergab sich Folgendes: 17 % der Patienten wurden künstlich beatmet, davon 24 % im Alter von 18–59 Jahren, 22 % im Alter von 60–69 Jahren, 31 % im Alter von 70–79 Jahren und 23 % im Alter von > 80 Jahren.[3]

Anteil der Patienten mit Begleiterkrankungen, die in Deutschland aufgrund von COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden[3]

4. Wie können Sie die Verbreitung von COVID-19 verhindern und sich selbst schützen?

Das Verhalten der Menschen ist entscheidend dafür, wie leicht sich das Virus verbreitet, das zu COVID-19 führt. Nach heutigem Kenntnisstand verbreitet sich SARS-CoV-2 hauptsächlich über Sekrettröpfchen, die bei engem Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen werden. Wenn das Virus über Atemwegssekrete abgegeben wird (z.B. beim Husten, Niesen, Sprechen, Singen), kann es über die Schleimhäute andere Menschen infizieren.

Das Virus kann sich auch unterschiedlich lange auf Oberflächen halten und durch den Kontakt mit einer solchen Oberfläche verbreitet werden. Das wird jedoch nicht als Hauptübertragungsweg angesehen. Menschen können sich infizieren, indem sie diese Gegenstände oder Oberflächen berühren und danach Augen, Nase oder Mund berühren. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife zu waschen oder mit einem alkoholhaltigen Handreinigungsmittel zu reinigen.

Einige einfache Vorsichtsmaßnahmen, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen werden

  • Halten Sie einen Abstand von mindestens 1 Meter zwischen sich und anderen ein, um Ihr Infektionsrisiko zu verringern, wenn andere husten, niesen oder sprechen.
    • Halten Sie in Innenräumen einen noch größeren Abstand zwischen sich und anderen ein. Je weiter der Abstand ist, desto besser.
  • Betrachten Sie das Tragen einer Maske als selbstverständlich, wenn Sie mit anderen Menschen zusammen sind.
  • Vermeiden Sie die „3Cs“: geschlossene Räume (Closed Spaces), überfüllte Orte (Crowded Spaces) und enge Kontakte (Close Contacts).
    • Ausbrüche wurden in Restaurants, bei Chorproben, bei Fitnesskursen, in Nachtclubs, Büros und Gotteshäusern gemeldet, wo sich Menschen oft in überfüllten Innenräumen versammelt haben, in denen sie laut sprechen, schreien, schwer atmen oder singen.
    • Das Risiko, sich mit COVID-19 anzustecken, ist in überfüllten und unzureichend belüfteten Räumen höher, in denen infizierte Personen längere Zeit in unmittelbarer Nähe zueinander verbringen.
  • Treffen Sie andere Menschen im Freien. Treffen im Freien sind sicherer als Versammlungen in Innenräumen, besonders wenn die Innenräume klein sind und keine Frischluft hineingelangt.
  • Vermeiden Sie überfüllte oder geschlossene Räume, doch falls das nicht geht, öffnen Sie ein Fenster. Erhöhen Sie den Anteil der frischen Luft in Innenräumen.
ZUR WHO-WEBSITE
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Denken Sie an die Grundlagen einer guten Hygiene:

  • Reinigen Sie Ihre Hände regelmäßig und gründlich mit einem alkoholhaltigen Händedesinfektionsmittel oder waschen Sie Ihre Hände mit Wasser und Seife. Dadurch werden Keime einschließlich Viren beseitigt, die sich möglicherweise auf Ihren Händen befinden.
  • Vermeiden Sie die Berührung von Augen, Nase und Mund. Hände berühren viele Oberflächen und können Viren aufnehmen. Wenn Ihre Hände kontaminiert sind, können sie das Virus auf Augen, Nase oder Mund übertragen. Von dort aus kann das Virus in Ihren Körper eindringen und Sie infizieren.
  • Bedecken Sie Mund und Nase mit dem angewinkelten Ellenbogen oder einem Taschentuch, wenn Sie husten oder niesen. Entsorgen Sie das gebrauchte Taschentuch anschließend sofort in einen geschlossenen Behälter und waschen Sie Ihre Hände. Indem Sie eine gute „Atemwegshygiene“ befolgen, schützen Sie die Menschen in Ihrer Umgebung vor Viren, die Erkältungen, Grippe und COVID-19 verursachen.
  • Reinigen und desinfizieren Sie häufig Oberflächen, besonders solche, die regelmäßig berührt werden, wie z. B. Türgriffe, Wasserhähne und Smartphone-Displays.

Tragen Sie dazu bei, die Verbreitung von COVID-19 einzudämmen, indem Sie die AHA-Regeln beachten: Abstand – Hygiene – Alltagsmaske

Weitere Informationen finden Sie in einem Video der WHO:
Weitere Informationen finden Sie in einem Video der Impfallianz GAVI:
Weitere Informationen zu COVID-19 für die allgemeine Öffentlichkeit:

5. Die Bedeutung von Herdenimmunität und einer Impfung in einer Pandemie

Pandemien wie COVID-19 verbreiten sich schnell von einer Personengruppe zur anderen. Eine Methode, um diese Ausbreitung zu verhindern oder zu stoppen, besteht neben räumlicher Distanzierung und Hygienemaßnahmen darin, dass ein bedeutender Prozentsatz der Bevölkerung immun ist, um eine so genannte Gemeinschaftsimmunität (auch als „Herdenimmunität“ bezeichnet) zu erreichen. Gemeinschaftsimmunität tritt ein, wenn ein Großteil einer Gemeinschaft immun gegen eine Krankheit wird, wodurch die Ausbreitung der Krankheit von Mensch zu Mensch unwahrscheinlich wird. Dadurch wird die gesamte Gemeinschaft geschützt.

»Für eine Herdenimmunität gegen SARS-CoV-2 müssten basierend auf einfachen Berechnungen 60–70 % der Bevölkerung immun sein.«[4]

Wege zur Gemeinschaftsimmunität

Zwei Wege führen zur Gemeinschaftsimmunität:

  • Sehr viele Personen haben sich infiziert und die Krankheit durchgemacht (Masseninfektion).
  • Es sind genügend Personen nach einer Impfung geschützt.

Der Vorteil der Gemeinschaftsimmunität besteht darin, dass Personen, die nicht geimpft werden können oder ein schwächeres Immunsystem haben (z.B. Babys, Schwangere oder Krebspatienten), indirekt geschützt sind, da sich das Virus nicht so leicht ausbreitet, weil die meisten Personen immun sind. Um die Übertragungskette zu durchbrechen und eine Gemeinschaftsimmunität zu erreichen, muss jedoch eine hohe Anzahl an Personen geimpft sein.

Im Gegensatz dazu kann das Erreichen einer natürlichen Gemeinschaftsimmunität durch Masseninfektion bei einer Erkrankung wie COVID-19 angesichts der hohen Rate an schweren Symptomen und Todesfällen und der daraus resultierenden Überlastung der Gesundheitssysteme eine Herausforderung sein. Aus diesem Grund wird eine Gemeinschaftsimmunität in der Regel durch Impfprogramme angestrebt. Sobald diese erreicht ist, kann die Krankheit schließlich überwunden werden. Die Pocken wurden beispielsweise durch ein Impfprogramm in weltweiter Zusammenarbeit ausgerottet.

Naive Bevölkerung: Schneller Ausbruch und Verbreitung

Herdenimmunität*: Virus verbreitet sich nicht und bleibt in der Bevölkerung nicht fortbestehen

Erfolgreiche Übertragung

Misslungene Übertragung

Infiziert

Immun

Anfällige Person

Anfällige, doch indirekt geschützte Person

* Immunität bei 70 % der Bevölkerung

Nach Randolph, HE Immunity 2020[5]

Was bewirkt ein Impfstoff?

Impfstoffe stimulieren die körpereigene Immunantwort, sodass diese Immunantwort im Fall einer Infektion umgehend erfolgen kann. In der Regel enthält ein Impfstoff einen harmlosen Teil eines Virus, der Ihren Körper zur Produktion von Antikörpern und Gedächtniszellen anregt, Sie aber nicht krank macht. Wenn Sie in der Folgezeit eine Infektion mit dem Virus durchmachen, sind in Ihrem Körper bereits zirkulierende Antikörper vorhanden, die sofort damit beginnen, das Virus zu eliminieren. Die Gedächtniszellen erkennen das Virus und sorgen für eine schnelle Produktion von weiteren Antikörpern. Viren wie SARS-CoV-2 können frühzeitig und schnell im Körper bekämpft werden, sodass COVID-19 nicht auftritt. Der Zweck eines Impfstoffs gegen COVID-19 besteht darin, die durch SARS-CoV-2 verursachte Infektionskrankheit zu verhindern. Wissenschaftler aus aller Welt arbeiten an der Entwicklung von Impfstoffen gegen COVID-19.

Weitere Informationen zur Impfung finden Sie unter:

Literaturhinweise

  1. Abrams JY et al. Multisystem Inflammatory Syndrome in Children (MIS-C) Associated with SARS-CoV-2: A Systematic Review. J Pediatr 2020; doi: 10.1016/j.jpeds.2020.08.003 [Epub ahead of print]
  2. Clark A et al. Global, regional, and national estimates of the population at increased risk of severe COVID-19 due to underlying health conditions in 2020: a modelling study. Lancet Glob Health 2020; 8: e1003–e1017
  3. Karagiannidis C et al. Case characteristics, resource use, and outcomes of 10 021 patients with COVID-19 admitted to 920 German hospitals: an observational study. Lancet Respir Med 2020; 8: 853-862
  4. Gomes MGM, Individual variation in susceptibility or exposure to SARS-CoV-2 lowers the herd immunity threshold, medRxiv preprint doi: https://doi.org/10.1101/2020.04.27.20081893
  5. Randolph HE and Barreiro LB. Herd immunity: understanding COVID-19. Immunity 2020; 52:737-741.
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